Doktorspiele – was fehlt uns denn heute?

Unter Doktorspielen kann man verschiedene Dinge verstehen. Zum einen fällt unter diesen Begriff die gegenseitige Erkundung des eigenen Körpers und der Genitalien im Kindesalter. Doch auch ein sexuelles Rollenspiel unter Erwachsenen kann als Doktorspiel bezeichnet werden. Bei diesem Rollenspiel wird eine Arzt-Patient-Situation nachgeahmt, weshalb es auch Klinikerotik oder Kliniksex genannt wird.

Abwechslung beim Sex

Wer neuen Schwung in sein Sexleben bringen möchte, kann diese Form des Rollenspiels ausprobieren. Für beide Parteien ist es sehr interessant und aufregend, in eine andere Rolle schlüpfen und sich auszuprobieren. Jeder kennt das Doktorspiel aus der Kindheit, als man mit seinem Freund Krankenhaus gespielt hat. Es wird Zeit eine ähnliche, nicht ganz jugendfreie Variante dieser Erinnerung aufleben zu lassen. Denn hier wird eine Krankenhaussituation sexuell und erotisch dargestellt.

Rollenspiel und Rollenverteilung

Beim Doktorspiel wird eine Situation im Krankenhaus oder in der Arztpraxis dargestellt. Die Partner schlüpfen hierbei in Rollen des Patienten, des Arztes oder der Krankenschwester. Wenn ein konkretes Szenario bestimmt wurde, müssen die Rollen nur noch aufgeteilt werden. Denn einer der Partner übernimmt den dominanten, und einer der Partner den devoten Part, wie es auch bei vielen SM-Praktiken der Fall ist.

Zentrales Merkmal ist das Zusammenspiel von Unterwerfung und Dominanz. Das Gefühl, dem Arzt gehorchen zu müssen und ihm ausgeliefert zu sein, führt zum Kontrollverlust, was beim devoten Partner eine sexuell anregende Wirkung haben kann. Der Arzt hingegen empfindet die volle Macht über Handlung und seinen Patienten, was ihm das Gefühl von Erhabenheit und Kontrolle gibt. Ein Doktorspiel muss jedoch ganz und gar nicht sadomasochistisch sein. Viele Menschen praktizieren diese Art von Rollenspiel, obwohl sie sonst keinerlei Bezug und Neigung zum SM haben.

Vorbereitungen, Kleidung und die richtigen Instrumente

Doktorspiele von Erwachsenen wirken nur dann authentisch, wenn die nötigen Vorbereitungen getroffen worden sind. Das Bett oder der Küchentisch dient hierbei als Untersuchungsliege. Am besten eignet sich ein weißer Mantel oder Umhang, der als Arztkittel verwendet werden kann. Kleidung und Unterwäsche können unter dem Kittel jedoch bewusst weg gelassen werden. Für die Untersuchung des Patienten werden einige Hilfsmittel benötigt. Solche Instrumente können zum Verbandsmaterialien, Fieberthermometer oder auch gewöhnliche Sexspielzeuge wie Vibratoren oder Dildos sein.

Ablauf des Doktorspiels

Dem Drehbuch des Rollenspiels sind keine Grenzen gesetzt. Sämtliche Szenarien und Phantasien können hier ausgelebt und ausprobiert werden. Eventuell gibt es ein kurzes Vorgespräch am Schreibtisch des Arztes, bevor die Untersuchung beginnt. Ob der Patient nun mit Verbandsmaterial ans Bett gefesselt wird oder eine rektale Fiebermessung folgt ist ganz dem Arzt überlassen. Beim Doktorspiel wird häufig der Gang zum Gynäkologen nachgespielt. Der Mann untersucht dabei als Arzt die Vagina der Frau. Die Untersuchung erfolgt dabei durch abtasten, das einführen der Finger in die Vagina, bis hin zur Verwendung eines Spekulums um tiefe Einblicke in das Innere der Frau zu erlangen.

Persönliche Vorlieben des Partners zu bestimmten Berührungen und Techniken können hier vom Arzt berücksichtigt werden. Es darf zwischendurch ruhig mal etwas zwicken oder spannen, schließlich ist die Patientin nicht zum Spaß da. Zum Abschluss der Untersuchung kann der Arzt sein eigenes Spekulum, nämlich seinen Penis, in die Scheide der Frau einführen. Erfahrenere Akteure bevorzugen schwerere Geräte wie den Gynäkologen Stuhl. Mittlerweile gibt es sogar Räumlichkeiten, die ausschließlich für Rollenspiele dieser Art zur Verfügung gestellt und gemietet werden können.

Doktorspiele eignen sich besonders gut für Sex zu Dritt, da der Arzt in der Regel noch eine Krankenschwester oder Sprechstundenhilfe angestellt hat. Diese Form des Rollenspiels sollte jedoch zunächst nur von erfahrenen Akteuren umgesetzt werden, die sich sicher in ihre Rolle einfinden. Wer die Doktorspiele zum ersten mal ausprobiert, sollte mit peinlichen Situationen, Pausen und spontanen Lachern rechnen.