Weibliche Ejakulation: Nicht nur der Mann darf Spritzen

Auf dem Höhepunkt der Lust können auch Frauen ejakulieren. Schon seit tausenden Jahren wird darüber berichtet, doch die Forschung auf diesem Gebiet ist noch sehr zögerlich. Lange Zeit wurde die Ausschüttung dieser Flüssigkeit als Verlust der Kontrolle über die Blase beim Orgasmus gesehen. Wo das Sekret herkommt, wie es funktioniert und warum man sich dafür absolut nicht schämen muss, zeigen wir im folgenden Text.

Stimulation des G-Punktes

Durch die Stimulation des G-Punktes und auch den empfindlichen Bereich rund um die Harnröhre, bildet sich bei Frauen eine Flüssigkeit, die als Ejakulat bezeichnet wird. Ob dieses Ejakulat bei nur wenigen oder allen Frauen gebildet wird, ist bisher unklar. Der G-Punkt befindet sich etwa vier bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang hinter der Scheidenwand.

Er liegt ganz in der Nähe der Harnröhre und ist von Gewebe umgeben, das bei Erregung anschwellen und hart werden kann. Viele Frauen empfinden die Stimulation als unangenehm und bringen diese mit dem Gefühl des Harndrangs in Verbindung. Bei fortgeführter Stimulation kann es beim Orgasmus zu einer Ausschüttung von Flüssigkeit kommen. Das Sekret wird bei sexueller Erregung in bestimmen Drüsen gebildet und beim Orgasmus über die Harnröhre und die Vulva ausgeschüttet. Diese Drüsen werden Skenendrüsen genannt und befinden sich rechts und links neben der Harnröhre.

Aussehen und Beschaffenheit des Ejakulates

Menge und Aussehen des Ejakulates kann je nach Frau variieren. Die Flüssigkeitsmenge variiert von einigen Tropfen bis hin zu 250ml. In einer neuen Studie fand man heraus, dass es sich dabei um zwei verschiedene Flüssigkeiten handelt. Die erste Flüssigkeit, die recht schwallartig freigesetzt wird, ähnelt vom Aussehen dem weiblichen Urin. Sie ist dünnflüssig und klar. Sie enthält jedoch eine viel geringere Konzentration von Harnsäure, Kreatinin und Harnstoff als der Urin.

Wie diese Flüssigkeit freigesetzt wird, ist jedoch noch unklar. Die zweite Flüssigkeit kommt wie bereits erwähnt aus der Skenen-Drüse. Das weibliche Ejakulat ist leicht milchig und zähflüssig. Der Geruch ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt stark von den Lebensgewohnheiten ab. Es enthält Prostata-spezifische Antigene und Glukose, was von Spermien zur Energiegewinnung genutzt wird. Die Skenenflüssigkeit kann somit die Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle stärken.

Kann jede Frau ejakulieren?

Die Liste der Fragen zur weiblichen Ejakulation ist sehr lang. Ob jede Frau ejakulieren kann oder nicht, ist bis heute ungeklärt. Studien gehen davon aus, dass nur sehr wenige Prozent, bis zur Hälfte aller Frauen ejakulieren können. Dabei ist allerdings fraglich, um welche Art der Flüssigkeit es sich handelt. Andere Studien zeigen, dass jede Frau ejakulieren kann. Die Anzahl und Größe der Drüsen ist bei manchen Frauen jedoch so gering, dass es gar nicht bemerkt wird, wenn die Flüssigkeit ausgeschieden wird.

Probleme der weiblichen Ejakulation

Oft glauben Frauen, dass sie beim Orgasmus zu nass sind oder urinieren. Auch bei Männern kann der Ausstoß des vermeintlichen Urin zu Irritationen führen, wodurch sich beide peinliche berührt fühlen. Aus diesen falschen Schamgefühlen kann es dazu führen, dass die Frau Ihren Orgasmus unterdrückt. Frauen sollten sich keinesfalls für die Flüssigkeit beim Orgasmus schämen. Es ist nach wie vor nicht erwiesen, ob die weibliche Ejakulation beeinflussbar ist oder nicht, oder ob sie die sexuelle Lust steigert.

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